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Adrenalin

Liebe Hündeler!

Wie ich Euch im vorangegangenen Beitrag Ruhe erklärt habe, ist die körperliche  und geistige Auslastung wichtig für unseren Hund.
Was aber passiert im Körper unserer Hunde, wenn wir falsch auslasten? Es geht um das Adrenalin.

Adrenalin ist ein Hormon. Dieses Hormon ist lebenswichtig. Es ist ein Stresshormon und Neurotransmitter. und da sehen wir nun, wie wichtig es ist, dass dieses im Körper im Gleichgewicht bleibt. Adrenalin wird in der Nebenniere produziert. Der Körper wird innerhalb von Sekunden bereit sein, zu kämpfen oder zu flüchten, indem die Energie steigt (Zucker wird freigesetzt), die Herzfrequenz wird erhöht und Atmung und Blutdruck steigen erheblich an. Es ist also eine Reaktion auf einen Reiz.

Zu viel Adrenalin

Das bedeutet, dass wir, aber auch der Hund unter Dauerstress stehen. Er kommt nicht zur Ruhe.
Ich will hier nun nicht auf all die Situationen eingehen, die beim Hund Stress auslösen können. Ich nehme hier ganz speziell das Ballspiel.

Beim Spielen schüttet der Körper nebst den Glücksbotenstoffen, also den Endorphinen, u.a. auch das Adrenalin aus. Das steigert die Energie und die Aufmerksamkeit. Wir sehen das schon, wenn wir den Ball in die Hand nehmen. Unser Hund ist ganz bestimmt darauf konzentriert, was nun mit dem Ball passiert. Wir werfen den Ball, der Hund rennt dem nach und im besten Fall (was meistens der Fall ist) bringt er den Ball wieder und will dem wieder nachjagen. Genau, das ist nämlich kein Spiel, sondern Jagd!
Nun werfen wir den Ball fünfmal, der Hund bringt den Ball zurück und wir stecken den ein. Wir beenden also abrupt das Jagdspiel. Was macht der Körper vom Hund jetzt? Wird der Adrenalinspiegel gesenkt? Leider nein! Das Adrenalin bleibt hoch, der Hund kommt nicht zur Ruhe.
Darum ist es sehr wichtig, dass der Hund ein Kommando kennt, wo er weiss, jetzt ist das Spiel zu Ende. Er wird sich beruhigen, vor allem wenn wir dann nach Hause schlendern und die Natur geniessen.

Unruhe

Unruhe kann entstehen, wenn wir unserem Hund nicht klar zu verstehen geben, dass das Spiel zu Ende ist. Das ist auch bei Schnüffelspielen und anderem der Fall. Unser Hund wird sonst in der Erregung bleiben. Das wird sich in Unruhe äussern, und zwar meist Daheim. Er wechselt dauernd den Schlafplatz, läuft hin und her, hechelt stärker uvm. Eben, er kommt nicht zur Ruhe.

Wenn wir unsere Hunde während ca. zehn und mehr Minuten umherrennen lassen mit anderen Hunden, mit dem Ballwerfen (nein, keine Stöckchen = Verletzungsgefahr!), dann dauert es bis zu 24 Stunden, bis der Adrenalinspiegel sich normalisiert hat. Nun sehen wir, was passiert, wenn wir unseren Hund jeden Tag so lange den Ball nachjagen lassen. Der Adrenalinspiegel kommt nicht mehr runter und wir haben einen sehr aufgedrehten und nervösen Hund. Das ist fatal und ja, der Hund wird krank werden, physisch und psychisch.

Krank durch zuviel Adrenalin

Ich schreibe hier nicht von der körperlichen Erkrankung (Nierenprobleme, Cushing). Ich meine hier das Adrenalin im Körper bei zuviel „Spiel“ und Jagd, also zuviel Beschäftigung.
Der Hund wird abhängig vom Adrenalin. Er braucht den Kick. Er wird zum Adrenalin-Junkie! Es ist keine Sucht, wie wir sie kennen, durch Alkohol, Drogen und alles andere. Es wird zur Verhaltenssucht. Wenn der Hund dann nur schon den Ball sieht, ist das Adrenalin hoch. Der Körper hat sich an den Alarmzustand vom Körper, der hormongesteuert ist, gewöhnt. Er braucht das und verlangt immer mehr davon. Mit dem Adrenalinrausch werden die Glückshormone und das Endorphin ausgeschüttet.
Wenn er nicht zur Ruhe kommen kann, im Dauerzustand der Erregung bleibt, also Dauerstress hat, dann wird er krank. Er muss das Adrenalin abbauen können. Was macht er dann?

Der Hund kann sich selbst verstümmeln, er zerstört unsere Einrichtung, wird körperlich krank oder er verhält sich stereotyp (rennt dauernd seinem Schwanz nach).

Ja, auch Nala kann mit anderen Hunden spielen oder ich werfe ihr den Ball. Nala kennt aber das Wort, wenn diese Spiele zu Ende sind. Wir schlendern dann nach Hause und Daheim ist Ruhe angesagt.
Und Nala kennt auch „langweilige“ Tage – einfach nichts tun. Kürzere Spaziergänge, kleinste Übungen, die sie schon sehr gut beherrscht.
So habe ich einen ruhigen und entspannten Hund Daheim und im Büro.

Liebe Grüsse
Vita