Liebe Hündeler!
Doppelter Rückruf – der vermeintlich sicherste Rückruf.
Ja, ich sage bewusst „vermeintlich“. Weshalb? Das erkläre ich.
Wie ich im letzten Beitrag beschrieben habe, spreche ich meine Nala mit Namen an. So habe ich ihre Aufmerksamkeit. Das hab ich seit dem Welpenalter so gemacht, rein intuitiv.
Rein intuitiv habe ich das natürlich im Rückruf auch so gemacht. Ich spreche Nala mit dem Namen an, sie schaut mich an, habe so ihre Aufmerksamkeit und dann kommt das Wort für den Rückruf.
Genau das ist ein doppelter Rückruf.
Ich wurde von einer lieben Kundin auf den doppelten Rückruf aufmerksam gemacht und habe mich natürlich da eingelesen und Videos geschaut, denn dieser Fachbegriff war mir nicht geläufig. So habe ich festgestellt, dass ich diesen Rückruf mit Nala praktiziere, wie eben auch alles andere.
Beim doppelten Rückruf geht es darum, dass ich erst die Aufmerksamkeit von meinem Hund bekomme und dann rufe ich ihn zurück. Tönt einfach, ist es aber nicht. Daher sage ich „der vemeintlich sichere“ Rückruf.
Was sage ich nun zu meinem Hund, damit ich seine Aufmerksamkeit bekomme? Das ist der Schlüssel zum doppelten Rückruf. Erst wenn ich die Aufmerksamkeit habe, wird mein Hund auch das von mir wegrennen unterbrechen. Er unterbricht seine Handlung, schaut mich an und ich kann ihn zu mir zurück rufen.
Wenn unser Hund aber bereits in der Handlung ist, wird es fast unmöglich sein, seine Aufmerksamkeit zu bekommen. Wir sollten immer daran denken, dass z.B. Jagen nun mal in den Genen unserer Hunde ist, und zwar generell. Ja, auch Hütehunde jagen – das Hüten ist eine Unterart vom Jagen. Genau da steckt auch das Problem. Einen jagenden oder auch spielenden Hund abzurufen ist extrem schwierig bis fast unmöglich.
Daher ist es auch wirklich wichtig, die Körpersprache unseres Hundes zu lesen und zu verstehen. Unsere Hunde zeigen an, was die nächste Handlung sein wird.
Signal
Darum ist das Signal, um seine Aufmerksamkeit zu bekommen so enorm wichtig.
Ich habe es mit der Ansprache von Nala mit ihrem Namen geschafft, dass sie weiss, jetzt kommt was – es kommt was Gutes (ausser ich spreche ihren Namen nicht so freundlich aus 😉). Wenn ich sie beim Namen nenne, dann kommt ein Spiel, ein Gutzi oder eine Übung. Klar, Nala arbeitet sehr gerne und sie macht es mir leicht. Aber jeder Hundehalter wird es erreichen, dass sein Hund auf ein Wort, ein Schnalzen, Pfeifen usw. die Aufmerksamkeit bekommt.
Die Übung besteht darin, dass wir ein Wort nehmen und dieses immer freundlich aussprechen und positiv belohnen, wenn der Hund uns seine Aufmerksamkeit gibt. Ob es nun der Name ist oder irgendein Wort, das ist egal.
Wichtig ist nur, dass dieses Wort immer positiv bleibt.
Ihr habt die Aufmerksamkeit und schon könnt ihr Euren Hund zu Euch zurückrufen. Das ist keine Hexerei, braucht aber Training und immer Wiederholungen auf den Spaziergängen. Praktiziert das auf den Spaziergängen, sprecht das Wort aus – der Hund wird Euch anschauen und ihr könnt ihn zu Euch rufen.
Aufbauen solltet ihr das zuerst Daheim in reizarmer Umgebung und dann steigern.
Ihr werdet sehen, es wird klappen.