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Hund und Leine

Liebe Hündeler!

Hunde gehören an verschiedenen Orten und vielen Situationen an die Leine.

Ich beobachte immer wieder, wie viele Hundehalter Probleme haben, ihren Hund an der Leine auszuführen und da meine ich nicht das Ziehen an der Leine. Oft höre ich „er ist dann nicht frei“, „er muss doch rennen können, die Freiheit geniessen“.
Ganz ehrlich, mit solchen Aussagen habe ich Mühe. Hund und Leine – ein heisses Thema, dem ich mich widmen will. Ich möchte Euch mal einen anderen Blick auf dieses Thema geben und vielleicht seht ihr das dann auch anders.

Frühere Einstellung von mir – Leine ab und frei

Ja, auch ich hatte den Gedanken, wenn meine 1. Hündin Diara nicht an der Leine ist, dann ist sie frei. Wie oft habe ich ihr gesagt, „Du bist frei, renne rum“. Tja, auch Diara hatte ihre paar Minuten, in denen sie powern wollte und es auch tat. Aber nachher ging sie in einem gewissen Abstand immer neben, hinter oder vor mir.

Heutige Einstellung von mir – Leine dran und frei

Wenn Nala weiss, dass sie an der Leine sicher ist und durch diese Sicherheit auch Freiheit hat, dann ist es doch kein Problem, wenn ich Nala an der Leine führe.
Nala ist sicher, dass wenn ich sie an der Leine führe, dass kein anderer Hund oder Mensch an sie ran kommt (keinen Kontakt an der Leine). Sie entscheidet meist auch, dass sie hinter mir stehen will und einfach schauen.

Unglaublich wichtig finde ich einfach, dass der Hund die Leine positiv verknüpft hat. Wenn dem so ist, dann ist es nur für den Menschen eine Problem, den Hund an der Leine zu führen, weil er, wie ich finde, ein falsches Bild hat.

Je nachdem, wie ich die Leine halte, weiss Nala, was ich von ihr will und macht das auch. Auch an der Leine ist schnuppern, die Seite wechseln, trödeln uvm. möglich. Es braucht eben dann auch unsere Zeit, die wir unserem Hund aber auch geben sollen! Ich kommuniziere also über die Leine mit Nala.

Kommunikation

Wie erwähnt, ist es für Nala von Bedeutung, wie ich die Leine halte.
Habe ich diese kurz, hängt sie also nicht ganz durch, dann weiss Nala, dass es kein Schnuppern gibt oder ein Stehenbleiben. Es wird gegangen.
Ist die Leine länger und hängt diese völlig durch, dann bedeutet das für Nala, dass es ihre Zeit ist. Ich nehme mir diese natürlich auch. Dann bleiben wir stehen, sie kann schnuppern, die Umgebung ausgiebig beobachten. Ja, sie kann auch die Seite wechseln, wenn sie mir das anzeigt.
Im Gegensatz zum kurzen Halten der Leine ist dann auch unser Spaziergang langsamer, gemütlicher.

Ja – Hund und Leine bedeutet auch Freiheit für den Hund – weil er Sicherheit spürt und Vertrauen hat. Wenn Nala x Meter von mir weg muss und nur dann Freiheit verspürt, dann habe ich definitiv viele Fehler gemacht.

Natürlich ist es auch toll, wenn Nala frei ist und ihre paar Minuten hat, wo sie mal so richtig powert. Nur Nala kommt nachher zu mir zurück und läuft immer im Abstand etwa ein bis zwei Meter um mich herum. Sie wäre „frei“ und kann überall sein, sie aber bleibt bei mir, freiwillig.

Das ist Freiheit – das Vertrauen, das Nala in mich hat und nicht „leinenfrei“ zu sein. Wir sollten uns von dem Bild lösen, dass die Leine ein Zwang ist und keine Freiheit bedeutet, denn das ist es definitiv nicht.

Liebe Grüsse
Vita