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Maulkorb

Liebe Hündeler!

Es gibt Hunde, die tragen einen Maulkorb (Beisskorb). Ist der Hund deswegen böse? Darf man sich ihm nicht nähern? Diesen Fragen gehen wir hier nach.

Maulkorb

Erteilt man einem Menschen einen Maulkorb bedeutet das sinngemäss, dass er nichts sagen darf, also ihn zum Stillschweigen verpflichten will.
Wenn ich einem Hund einen Maulkorb „verpasse“, ist das was anderes, logisch. Die Menschen aber sehen das noch immer als negativ an, was es nicht ist! Es wird oft als Strafe interpretiert für den Hund und in der Folge auch „der Hund ist gefährlich“. Kein Hündeler legt seinem Hund einen Beisskorb an, weil er diesen als stylisch ansieht (auch wenn es mittlerweile wirklich schöne Maulkörbe gibt).

Wichtig ist, dass der Maulkorb gut sitzt, den Hund nicht am Trinken und am Hecheln (atmen) hindert.
Immer wieder sehe ich Hunde, die einen viel zu engen und kleinen Korb tragen. Es ist darum wichtig, dass man sich beraten lässt und mit dem Hund zusammen einen Maulkorb aussucht.
Folgerichtig ist der Hund aber schon an den Maulkorb gewöhnt.

Gewöhnung

Jeder Hund muss an den Maulkorb gewöhnt werden. Es kann Situationen geben, in welcher jeder Hund einen solchen tragen muss. Es gibt Länder, da sind Körbe für Hunde Pflicht.
Der Hund kann sich so schwer verletzen, dass er einen Korb anziehen muss, bevor man ihm helfen kann. Er könnte sonst zuschnappen, wegen Angst und Schmerzen.
Wichtig ist, ich schreibe hier vom Maulkorb, der frei käuflich ist, nicht vom Muzzle. Der Muzzle ist eine Art Schnauzenschleife, eine Art Band, das der Hund um den Schnauz tragen muss. Er kann somit nicht trinken und nicht hecheln, atmen durch den Mund. Kurzzeitig, z.B. beim Tierarzt kann und wird dem Hund ein solcher aufgesetzt. Aber für den täglichen Gebrauch ist dieser verboten.

Wenn ich den Hund an einem Maulkorb gewöhnen will, muss ich das mit ihm üben. Der Hund muss immer freiwillig in den Korb gehen mit seiner Schnauze.
Das geht grundsätzlich ganz einfach.
Entweder wir halten vor den Korb ein Guddeli und lassen den Hund dieses nehmen, indem er seinen Schnauz in den Maulkorb hält oder wir streichen ein wenig Leberwurst an den vorderen Teil des Korbes und der Hund kann dies abschlecken.
Bei den ersten Übungen schliessen wir den Maulkorb nicht! Das wäre nicht gut für den Hund, weil er natürlich spürt und somit weiss, dass er im Bereich Schnauz dann eingeengt wird und ist.
Unser Hund muss den Maulkorb positiv sehen.
So steigern wir die Übung, indem wir dann die Schlaufe über den Kopf des Hundes legen, wenn er mit der Schnauze drin ist. Dann schliessen wir den Korb und im vierten Schritt lassen wir den dann auch ein paar Minuten dran.

Eigentlich ganz einfach – aber bitte, alles mit Geduld und Zeit.

Wieso trägt ein Hund einen Maulkorb?

Es gibt so viele Gründe, weshalb ein Hund einen Maulkorb trägt.
Vordergründig ist immer – der beisst zu, ist also gefährlich!
Nochmals – nein, das muss nicht der Fall sein und wenn dem so ist, dann ist die Umwelt sicher und auch der Hund selber ist sicher.

Ja, dass es Hunde gibt, die zugebissen haben und daher einen Beisskorb tragen müssen, das wissen wir alle.
Es gibt aber auch den Tierarztbesuch, Landesgesetze, Sportarten und nicht zuletzt den Schutz vor Giftködern, die es notwendig machen, dass die Hunde einen Beisskorb tragen (müssen).
Es gibt nun mal Hunde, bei welchen kein Training hilft, um Waren nicht vom Boden aufzunehmen. Da es doch sicherer, wenn er einen Korb trägt als Giftköderschutz oder?
Auch bei bestimmten Sportarten müssen Hunde einen Maulkorb tragen, z.B. beim Coursing (Windehunderennen). So ist das Verletzungsrisiko minimiert.

Wir sehen also, es ist von Vorteil, wenn unsere Hunde das Maulkorbtragen kennen und damit keine Probleme haben. Wir sehen aber auch, dass es nicht der „böse“ Hund sein muss, der einen Maulkorb trägt.

Maulkorb tragen heisst und bedeutet Sicherheit – für Hund und Mensch! Darum, wer seinen Hund mit Maulkorb führt, handelt verantwortungsbewusst.

Liebe Grüsse
Vita