Liebe Hündeler!
Die Nasenarbeit vom Hund ist unglaublich vielfältig. Die Nase ist auch ein Wunderwerk und es ist der beste Sinn, den sie haben. Wir haben auch Kurse dafür
Hundenase
Der Hund hat an die 300 Millionen Riechzellen (Mensch zwischen 5 und 10 Millionen). Das wissen alle, die bei mir in irgendeinem Kurs waren. Aber was viele nicht wissen, der Hund kann „stereo-riechen“. Die Nasenlöcher können unabhängig voneinander riechen. Darum kann der Hund sehr gut lokalisieren, von wo ein Geruch kommt und auch verschiedene Spuren aufnehmen.
Wie aber funktioniert das?
Schaut Euch die Nase vom Hund genau an. Da seht ihr an den Seiten Schlitze. Wenn unser Wauzi schnüffelt, atmet er ein und die Luft aber an den Schlitzen wieder raus, und zwar ohne, dass er die aufgenommenen Duftstoffe verwirbelt. Die feuchte Nase hilft dabei, diese Duftnoten, -moleküle besser aufzunehmen.
Manchmal denke ich mir „ich würde zu gerne riechen, was Nala gerade riecht“ – dann merke ich – nein lieber nicht!
Atemfrequenz
Der Hund atmet 10 bis 30 Mal in der Minute ein und aus (Mensch 12 bis 20 Mal). Schnüffelt der Hund, dann wird er in der Minute bis zu 300 Mal ein- und ausatmen! Das dient natürlich nicht der Sauerstoffaufnahme, sondern der Duftaufnahme.
An diesen Zahlen aber sehen wir, was für eine Leistung der Hund erbringt dabei. Da können wir uns sehr gut vorstellen, dass der Hund nach rund 10 Minuten intensivem Schnüffeln einfach nur platt ist. Die Körpertemperatur steigt und natürlich auch der Puls. Der Hund muss körperlich und geistig viel leisten in der Schnüffelphase.
Darum ist es auch so, dass ein Such- Rettungshund (Erbeben, Lawine etc.) etwa 15 bis 20 Minuten im Einsatz ist. Dann braucht er eine Pause. Im Tag kann er so dann bis zu drei Stunden reine Sucharbeit verrichten.
Suchen
Ich kenne keinen Hund, der nicht gerne sucht. Da ist es völlig egal, welche Rasse es ist und für welche Arbeit er gezüchtet worden ist. Es ist ihm angeboren und er will seine Nase nutzen. Daher liebt der Hund die Nasenarbeit.
Darum sollten wir Hundehalter das nutzen! Der Hund liebt Such- und Nasenspiele. Es gibt da so vieles, das wir dem Hund damit bieten können. Das wirklich Tolle daran ist, dass wir unseren Hund einerseits im Kopf auslasten (mental), körperlich auslasten (Atemleistung), er Freude daran hat und er auch einen Stressabbau hat. Wenn der Hund sucht, ist er hochkonzentriert. Er muss so auch ruhig sein und seiner „Arbeit“ nachgehen. Kommt er ans Ziel, dann ist die Freude umso grösser!
Förderung
Es gibt so unglaublich viele Spiele für die Nase vom Hund und das sollten wir fördern. Nein, nicht mit Gutzelis verstreuen und er soll suchen. Ich weiss, dass machen viele. Ich bin ein Gegner davon, weil Nala nichts vom Boden aufnehmen soll.
Klar, ich könnte das ZOS (Zielobjektsuche) mit ihr machen mit den Gudies. Aber es widerstrebt mir einfach.
Da mache ich lieber ZOS mit Objekten oder einfache Suchspiele auf dem Spaziergang. Es gibt das Mantrailing, Trüffelsuche, suchen von Gudies in einer Kiste, die voll mit anderen Gegenständen ist uvm. Lasst Euren Ideen freien Lauf.
Kurse
Wir haben uns darum auch entschlossen, einen Kurs „Suchspiele“ spezifischer gegliedert anzubieten. Wir werden in viele Suchspiele reinschauen und Euch zeigen können, wie ein „suchen“ gut aufgebaut werden kann. Wir fördern die Nasenarbeit.
Wer Lust hat, sollte sich den Kurs „Schnüffeldetektive“ anschauen. Hier weden wir das Suchen „spezialisieren“. Euer Hund sucht Kleider, geht Gewürzdüften nach, sucht Gegenstände oder Menschen. Er wird es anzeigen und je nach dem zu Euch zurückkommen und zeigen, dass er es gefunden hat. Es kann aber auch sein, dass wir an der Schleppleine mit Hund die Suche beginnen. Je nach Ausbildungsstufe werdet ihr nicht wissen, wo was versteckt ist. Lasst Euch überraschen!