Liebe Hündeler!
Aus eigener Erfahrung mit „Paula und ihr Maulkorb“, möchte ich den Beitrag von Vita „Maulkorb“ hiermit ergänzen.
Meine Paula, eine Golden Retriever Hündin, war eine von der Sorte „ich-fresse-alles-egal-was-es-ist“! Als Welpe/Junghund hat sie mir zum Beispiel jedes Nasentuch aus den Büschen geholt. Stöckchen, also aus Holz, kauen? Hat sie gemacht, bis sie anfing das zerkaute Holz auch noch runter zu schlucken. Also keine Holzstöckchen mehr! Durch intensives Training konnte ich das bei ihr irgendwie abstellen. Soweit so gut.
Im Alter allerdings kam diese Eigenschaft wieder. Jedes noch so kleine Ästchen, das nach Wind und Sturm vom Baum gefallen war, wurde aufgenommen, genüßlich gekaut und runtergeschluckt. Und wie schnell das dann ging. Besonders heikel wurde es, wenn man die Hinterlassenschaften von Katzen erschnuppert hatte. Mein Gefühl war oft, die Paula geht aus der Haustür raus und riecht das schon, auch wenn es noch 1000 Schritte entfernt ist. Da half kein Training, keine Schimpferei, einfach nichts. Und zeitgleich fingen die ersten Warnmeldungen betreffend Giftköder an.
Und bei Giftköder-Alarm hört der Spaß auf! Also habe ich es erstmal mit einem Stoff-Maulkorb probiert. Den kannte Paula bereits von den Besuchen beim Tierarzt und bei der Hundefriseurin. Der war immer dabei, falls meine liebe Paula mal „zickig“ wurde. Wir haben ihn allerdings auch nicht so oft gebraucht. Aber besser ist besser, war meine Devise. Paula kennt das Teil und man kann es ihr gut anlegen. Es ist ihr also nicht fremd, was immer wichtig ist für neue Dinge. Paula hat das Stoffteil auf unserer Gassirunde als sehr störend empfunden. Immer wieder versuchte sie mit ihren Pfoten das Teil abzustreifen. Da habe ich mich dann entschieden mit ihr zum Tierfachmarkt zu fahren und ihr einen stabilen Maulkorb zu kaufen.
Mit dem Hund in den Fachmarkt zu gehen ist hier sehr wichtig. Es gibt so viele verschiedene Modelle und die dann auch noch in vielen verschiedenen Größen. Da muss man wirklich durchprobieren bis man einen findet, der wirklich gut passt. Auch bei Paula hat es etwas gedauert bis wir den richtigen Maulkorb gefunden haben. Seitdem waren entspannte Gassirunden für Paula und auch für mich wieder möglich. Das macht Sinn!

Worauf sollte man achten?
- Größe und Passform – immer daran denken, dass der Hund auch mal hecheln muss im Maulkorb. Zudem sollte die Nase nicht eingezwängt sein. Die Riemen sollte nicht die Augen bedecken. Das Öffnen und Schließen sollte mühelos klappen.
- Material – der Maulkorb wird innen wie außen sehr schnell „schmutzig“. Also leichte Reinigung unter fließendem Wasser muss möglich sein. Paula hatte einen Maulkorb aus Biothane, der war sehr pflegeleicht.
- Gebt Eurem Hund eine gewisse Eingewöhnungszeit. Also erst das „An- und Ausziehen“ üben. Dann eine kurze Zeit angelegt lassen. Und diese Zeit immer etwas länger werden lassen. Jeder Hund ist hier anders, was das betrifft.
- Bleibt konsequent beim Tragen des Maulkorbs. Er schützt Euren Hund, denn Giftköder können immer und überall liegen!
Natürlich sind wir auf unserer Gassirunde immer wieder mal angesprochen worden. Sätze wie „die schaut aber nicht böse aus“ und „ach, der arme Hund“ musste ich dabei auch mal hören. Auf all dies habe ich prinzipiell geantwortet: „Haben Sie nicht den Hunde-Gift-Köder-Alarm“ gelesen? Darauf sollten Sie aber achten!“ – damit habe ich den Spieß einfach umgedreht und hatte meine Ruhe. Keine weiteren Erklärungen oder gar Verteidigung, warum ich das meinem Hund „antue“. Und nebenbei erwähnt: ich habe nie Maulkorb gesagt, sondern einfach nur MAULI. Das Wort habe ich auch gebraucht, wenn ich meiner Paula ihren Selbstschutz angelegt habe. Damit gehörte das zu unserem täglichen Ritual, wenn wir rausgegangen sind.
Wir sehen uns auf dem Hundeplatz in Rafz!
Grüssle Barbara (Team Hundeschule Sitz-Platz-Wuff)
Info: Mitte April 2026 musste ich meine geliebte Paula nach 13 Jahren erlösen. Die Verknöcherung der Wirbelsäule war so schnell und massiv fortgeschritten, dass sie nicht mehr alleine aufstehen und sich nicht mehr alleine hinlegen konnte. Somit hatte ihre Quälerei ein Ende, bevor das Leiden begann. Ich vermisse sie sehr und es schmerzt nach wie vor. Dennoch möchte ich Vita und die Hundeschule Sitz-Platz-Wuff weiterhin mit meinen Erfahrungswerten unterstützen, auch wenn es für mich nach Paula keinen weiteren Hund geben wird.