Liebe Hündeler!
Phubbing – was ist das denn nun?
Bevor ich zum Thema Phubbing und Hund komme, will ich erst erklären, was sich hinter diesem Begriff versteckt.
Das Wort setzt sich aus den beiden Wörtern „phone“ und „snubbing“ (ignorieren) zusammen. Phubbing bedeutet also einen unangemessenen Gebrauch des Natels in einer sozialen Situation (Handy ist wichtiger als das Gegenüber). OK, das habe ich schon mal verstanden – nur Telefon ignorieren? Das ist ja auch schon mal eine gute Idee. Wenn ich denke, wieviele Menschen auf der Strasse oder wo auch immer, mit dem Natel in der Hand rumlaufen und nicht auf die Umgebung achten, wäre es ja toll, wenn das Telefon mal mehr ignoriert werden würde.
Wieso aber wird vor Phubbing gewarnt? Weil es eben dieses Verhalten ist – sich mit dem Natel vor der Nase zu beschäftigen und nicht auf seine Umwelt achten.
Was aber hat Phubbing mit dem Hund zu tun?
Ich denke, ihr wisst es schon. Wenn ich mich dauernd, ob draussen oder auf dem Sofa, am Tisch oder im Bett mehr mit dem Natel beschäftige, als auf meinen Partner oder den Hund achte und emotional auch bei meinem Begleiter bin, dann ist das mehr als unangenehm. Mein Gegenüber kann sich wehren und mir mal sagen, dass ich das Teil doch bitte auf Seite legen soll. Die Beziehung kann mit Sicherheit dadurch belastet werden zwischen den Menschen.
Was aber macht der Hund, wenn ich mich mehr mit meinem Natel beschäftige, als mit ihm?
Wir können sicher sein, dass unser Hund eine Lösung finden wird, unsere Aufmerksamkeit zu bekommen.
Ob uns diese Lösung dann gefällt, ist doch eher fraglich. Je nach Situation wird der Hund unsicher, er zieht mehr an der Leine, bellt vermehrt und anderes. Wir weisen ihn dann zurecht „sei ruhig“, „zieh nicht“, „geh in Dein Körbchen“. Unsere Stimme wird verärgert tönen. Der Hund versteht diese Situation überhaupt nicht.
Der Hund liest uns sehr gut. Er spürt definitiv, wenn wir zwar körperlich anwesend sind, uns aber nicht mit ihm beschäftigen. Beim Spaziergang führen wir unseren Hund an der Leine, aber wirklich beim ihm sind wir nicht, wir könnten auch ein Fahrrad schieben. Ich bin mir sicher, die Beziehung leidet darunter. Der Hund wird versuchen, die Situationen zu lösen, er wird vorausschauend spazieren gehen und wenn dann was ist, wird er reagieren. Wenn ich mir nun vorstelle, dass es noch dazu eine Situation ist, in der der Hund eher unsicher ist, wird ihn das noch mehr verunsichern. Ist es eine Situation, in der er Angst hat, wird er noch ängstlicher.
Um Situationen, in der der Hund unsicher oder gar ängstlich ist, gut zu lösen, braucht der Hund Sicherheit und Vertrauen und zwar von uns.
Wie kann er das haben, wenn wir auf unser Natel starren?
Genau – gar nicht.
Darum gehört das Natel auf den Spaziergängen in die Tasche. Es ist die gemeinsame Zeit von uns und unseren Partnern.
Wie sieht es Daheim aus?
Nala hat ihre Ruhezeiten. Da bin ich am Arbeiten, am PC oder am Natel.
Wenn wir aber zusammen was machen Daheim, dann ist das Natel in meiner Hosentasche oder stumm geschaltet. Es ist unsere Zeit – die partnerschaftliche Zeit. Klar müssen und sollen wir unserem Hund nicht die ganze Zeit Aufmerksamkeit schenken, auch das ist nicht gut und kann zu unangenehmen Verhalten führen.
Aber mal eine „natelfreie Zeit“ einzuschalten tut uns sehr gut und der Beziehung zu unserem Partner Hund sowieso.
Solltet ihr mich mal auf dem Spaziergang treffen und habe ich das Natel in der Hand – dann könnte ihr sicher sein, dass ich was ganz anderes mache, als irgendwas nachschauen – ich fotografiere, nämlich Nala.
Also, lasst das Natel in der Tasche beim Spazieren, legt es Daheim mal weg und spielt mit Euren Hunden. Der Partner wird es Euch danken.
Liebe Grüsse
Vita