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Unterordnung

Liebe Hündeler!

Unterordnung – ein Begriff, der mir ganz und gar nicht gefallen hat, bis ich mich damit beschäftigt habe. Und wahrscheinlich bin ich nicht die einzige, die diesen Begriff betreffend Hundeerziehung bisher nicht so richtig „übersetzt“ hat.

Was bedeutet der Begriff „Unterordnung“?

Sich unter zu ordnen – das ist Unterordnung. Wieso nutzen sehr viele Hündeler diesen Ausdruck und wieso wird der auch verstanden? Wieso wird im Freizeitsport dieser Ausdruck auch genutzt? Das frage ich mich schon länger.

Der Begriff hat den Ursprung in der Hundeausbildung, bei welcher Polizei- und Militärhunde ausgebildet werden. In der Begleithundeprüfung, ja im Alltag wird der Begriff auch genutzt.

Der Hund soll ein Kommando ausführen und damit ein bestimmtes Verhalten zeigen. Wir sagen ihm „sitz“ und er soll sich hinsetzen. Er soll sich also unterordnen, dem Willen vom Halter „beugen“.
Genau deshalb war es für mich immer ein ungutes Gefühl, wenn ich von Unterordnung gesprochen habe. Nala muss sich mir weder beugen noch meinem Willen unterordnen!
Darum habe ich mir den Ausdruck mal genauer angeschaut.

Drei Bedeutungen

Herausgefunden habe ich, dass der Begriff Unterordnung drei Bedeutungen hat, nämlich in der Biologie, in einer Struktur und im Recht.

Oha, also wenn ich das neutral und mit einem gewissen Abstand anschaue, dann ist Unterordnung doch nicht so negativ zu verstehen. Allgemein bedeutet der Begriff, sich einer Entscheidung eines anderen anzuschliessen.

Aus den drei Bedeutungen ist die Unterordnung in der Beziehung zu meiner Nala einzig die Struktur relevant. Daher schauen wir uns diese ein wenig genauer an.

Bei der Erziehung unserer Hunde geht es nicht um blinden und unbedingten Gehorsam (Kadavergehorsam). Ich will mit meiner Nala ein Team sein. Sie soll sich meinem Entscheid anschliessen, aber nicht, weil ich das verlange, sondern weil es auch aus Sicht von Nala Sinn macht. OK, wie soll das bitte gehen – ich will von Nala ein „sitz“ und das soll dann für sie Sinn machen. Hä? Also entscheidet Nala, was Sinn macht und wird das Kommando also befolgen oder eben auch nicht.

Eben nicht! Wenn Nala mir vertraut, dann macht es für sie Sinn, dass sie mein Kommando ausführt, wenn ich es ihr sage. Das ist der springende Punkt!

Für mich bedeutet das aber auch, dass ich mit Nala eine vertrauensvolle Beziehung habe. Sie fühlt sich sicher bei mir und hat Vertrauen. Es macht für Nala Sinn, ein Kommando auszuführen, weil sie weiss, dass ich das möchte, da sie sich dann sicher fühlt, Vertrauen in meinen Entscheid hat. Das aber habe ich mir verdient und nicht erzwungen. Weder habe ich ihren Charakter gebrochen, noch habe ich mit Zwang die Unterordnung eingefordert.

Mein Fokus liegt auf der Harmonie zwischen Nala und mir, auf unserer Kommunikation, nicht auf meiner Dominanz!
 

Ich habe tatsächlich nun einen anderen Bezug zum Wort „Unterordnung“ und verwende den auch.

Wenn ich mir Rally Obedience anschauen (bei uns in der Hundeschule wird dieser als Freizeitsport angeboten und nicht für Prüfungen), dann steht die Unterordnung im Mittelpunkt. Welchen Sinn ergibt diese Freizeitbeschäftigung, diese Teamarbeit?

Das sehen wir uns in einem anderen Beitrag an.

Liebe Grüsse

Vita